Indikation
Nachweis eines Gestationsdiabetes bei unauffälligen Werten der Nüchternglucose.
Prinzip
Durch die Glucosebelastung steigt die Plasmaglucose an und die Insulinsekretion wird angeregt. Bei Insulinresistenz steigt der Plasmaglucosespiegel übermässig an.
Patientenvorbereitung
- Testdurchführung zwischen 24. und 28. SSW empfohlen (bei erhöhtem Risiko für einen Gestationsdiabetes Durchführung in der 12. SSW, bei unauffälligem Testergebnis Wiederholung zwischen 24. und 28. SSW)
- Mindestens 3-tägige normale Ernährung (Kohlenhydrate > 150 g täglich) vor der Testdurchführung
- Durchführung (vorzugsweise am Morgen) nach einer Nüchternperiode von 10-12 h (wenig Wasser erlaubt)
Vorgehen
- Venöse Blutentnahme (grünes Röhrchen) zur Bestimmung der Nüchternglucose
- 75 g Glucose in ca. 300 ml Wasser (z.B. Pfefferminz- oder Schwarztee) auflösen und innert 5-10 min trinken.
- Venöse Blutentnahme (grünes Röhrchen) nach 1 und 2 h zur Glucosebestimmung
- Röhrchen bitte eindeutig mit Zeitangabe beschriften.
Interpretation
Folgende Messwerte weisen auf eine unauffällige Glucosestoffwechsellage hin:
- Nüchternglucose < 5.1 mmol/l
- 1h-Plasmaglucose < 10.0 mmol/l
- 2h-Plasmaglucose < 8.5 mmol/l
Ein Gestationsdiabetes liegt vor, sobald einer der drei Messwerte die jeweils angegebene Grenze überschreitet.
Anmerkung
Ein diagnostizierter Gestationsdiabetes muss 6 Wochen nach der Entbindung erneut klassifiziert werden. Nach Gestationsdiabetes besteht ein 30-60% hohes Risiko, in den nächsten 10 Jahren einen Diabetes mellitus Typ 2 zu entwickeln.





